Presse Info. Nr. 2 / 03/2010

Bad Camberg 29.03.2010

Warnung an Verbraucher zum Thema Autogas-Nachrüstanlagen.

Der Bundesverband Freie Gastankstellen e.V. warnt eindringlich vor dem Kauf und Einbau von LPG/CNG- Autogasnachrüstanlagen sowie dem Kauf von Neu-und Gebrauchtfahrtzeugen mit nachgerüsteten Autogasanlagen.

Gründe:
  1. Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften in Anlehnung an die UN ECE-R 115 /ECE –R 83/85/49/ und der ECE-R 67-01/02 (Typgenehmigungen) und im Zusammenhang mit der Wiedererteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis nach § 21 und § 19/2 StVZO.
  2. Nichteinhaltung von technischen Vorgaben durch die Gasanlagenhersteller für ihre Produkte in Verbindung mit der Abnahme durch „Technische Dienste „ zur Wiedererlangung der Betriebserlaubnis.
  3. Nichteinhaltung der Gas-Gemisch-Erkennung laut ECE-R 83 Anhang 12 Abs. 1 und der damit verbundenen Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Emissionswerte bei Euro 3 und 4.
  4. Manipulierte Gassteuergeräte und die damit verbundene Zuführung von zwei Kraftstoffen gleichzeitig in den Verbrennungsraum (Benzin /LPG) sowie der Manipulation der OBD-Überwachung auf der Benzinseite unter Gasbetrieb.
  5. Eklatante Verstöße gegen Verbraucherschutzbestimmungen und das Wettbewerbsrecht in Deutschland und der EU durch Gasanlagenhersteller/Großhändler/Importeure im Zusammenhang mit dem Verkauf von „Nachrüstanlagen“.
  6. Das In- Verkehr- bringen von Nachrüstgasanlagen mit gefälschten Abgasgutachten und Typgenehmigungs-Papieren in tausenden von Fällen ohne dass der Gesetzgeber dies erkennen kann/konnte und damit verbunden das Fahren ohne gültige Betriebserlaubnis.

Diese Liste von Verstößen kann um ca. dreißig Positionen erweitert werden, welche selbstverständlich belegbar sind und natürlich jeder Punkt gegen Recht und Gesetze verstößt. (Typgenehmigung/ Zulassungsverfahren).

Gasanlagenhersteller und Verkäufer vermarkten zum Teil ihre Gasanlagen mit dem Vermerk „weder der Hersteller noch der Importeur übernimmt nach Einbau der Gasanlage eine Garantie auf Motor oder Antriebsstrang“, somit bleibt die Verantwortung bei Motorschäden, verursacht durch die Gasanlage und deren Einbau, beim Umrüstbetrieb und dem Kunden.

Hunderte Verfahren stehen bei den Gerichten in Deutschland an. Der Ausgang ist für den Umrüstbetrieb und den Verbraucher wegen der Kompliziertheit in der Beweisführung immer mit einem Risiko, auch finanziell verbunden, so steht meistens am Ende eines Verfahrens eine weitere schlechte Lebenserfahrung und ein auf lange Zeit verlorener Werkstattkunde.

Der Gesetzgeber in Deutschland (Bund und Länder) wurde in den letzten zwei Jahren ausführlich in schriftlicher Form über die Missstände informiert. Auch wurde Brüssel (Abt. von Herrn Verheugen) ausgiebig schriftlich informiert, da die Missstände natürlich auch die ganze Eurozone betrifft.

Der Schaden für einen Kunden, er kann sich bei einem Rechtstreit verbunden mit der Reparatur seines Fahrzeuges, auf bis zu 35.000.- Euro belaufen. Gleichzeitig kommen auf einen Umrüstbetrieb erhebliche weitere Kosten zu, sollte er ein Verfahren vor Gericht verlieren, was natürlich in der momentanen Zeit bis zu einer Betriebsaufgabe mit Entlassung der Mitarbeiter führen kann.

Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt (Hessen) ermittelt gegen die „Beteiligten Kreise“. Die Beweismittel wurden in großem Umfang von verschiedenen Verbänden der Staatsanwaltschaft übergeben.

Dem Gesetzgeber wurden entsprechende Unterlagen selbstverständlich auch in der Vergangenheit zur Verfügung gestellt. Leider konnten auch Medien-Berichte den Gesetzgeber nicht bewegen, einmal hinter die Kulissen zu schauen und die Nachrüstgasanlagen einmal durch „Nicht Lobbyisten“ auf Mängel überprüfen zu lassen.

Viele der aufgeführten und der Staatsanwaltschaft überreichten Missstände sind unter www.bfg-ev.com auch zum Teil nachzulesen. Sollten noch Fragen bestehen, so erreichen Sie uns unter kontakt@bfg-ev.com oder Tel. 06434-904456 Fax 06434-904568

Der BFG wird seine ausgesprochene „Warnung an die Einbaubetriebe und Verbraucher“ erst zurücknehmen, wenn der Gesetzgeber in der Zukunft sicherstellt, dass mit dem In- Verkehr- bringen und Verbau von Nachrüstgasanlagen in Deutschland und Europa die Verbraucher vor Schäden an Ihren Fahrzeugen (Motoren) geschützt werden.

gez. Peter Ziegler

Bundesvorsitzender

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