Was lange währt… oder endlich ein Anfang!

Informeller Besuch des BFG e.V. bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Berlin, bezüglich der „Auswirkung von Behälterversagen“. Thema sind die Auswirkungen des Versagens von Gasbehältern für alternative Treibstoffe in Fahrzeugen, dies unter Berücksichtigung komplexer Brand- und Explosionsszenarien sowie des jetzigen Sachstandes der Unternehmungen. 

Am 25.01.2017 hat der Vorstand des Bundesverbandes für Gasanlagentechnik e.V. unter der Leitung von Peter Ziegler, Vorsitzender des BFG, eine Einladung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin wahrgenommen. Es war ein großes Anliegen des BFG herauszufinden, welche Anstrengungen unternommen werden müssen, um Unfallszenarien zu vermeiden, wie zuletzt unter anderem geschehen bei einem Unfall im August 2014 in Rohlstorf, Kreis Segeberg. Bei diesem Unfall mit Fahrzeugbrand und schlussendlicher Explosion des Flüssiggastanks wurden zehn Feuerwehr-Einsatzkräfte zum Teil schwer verletzt und auch der Tod des Fahrzeugführers war zu beklagen. Dieses zeigt wiederum, dass über kurz oder lang etwas für die Sicherheit im Umgang mit alternativen hoch explosiven Treibstoffen bei der Verwendung in Kraftfahrzeugen und in Tankstellen unternommen werden muss. Dass dieses berechtigte Sicherheitsverlangen nun von der BAM in Angriff genommen wurde, ist den vom BFG getätigten Veröffentlichungen nicht unmaßgeblich zu verdanken. Leider wurden die Warnungen des BFG in der Vergangenheit vom Gesetzgeber in den Wind geschlagen. Dieses muss leider in aller Deutlichkeit gesagt werden, auch wenn es dem einen oder anderen nicht gefallen mag. Schauen wir aber nun einmal in die Zukunft, was uns dort erwarten könnte unter Einbeziehung für mehr „Sicherheit“ im Umgang mit alternativen Kraftstoffen und deren Behältern in Kraftfahrzeugen und Tankstellen.

Im Rahmen eines BAM-internen Forschungsprojektes sollen in Kooperation verschiedener Fachdisziplinen folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Wie verhalten sich die verschiedenen Treibstoffe bei einer unfallbedingten Freisetzung?
  • Wie kann im Akutfall eine zielführende Detektion der Gaswolke erfolgen?
  • Welche Brandszenarien sind besonders kritisch?
  • Wie verhalten sich die verschiedenen Treibstoffbehältertypen in Brandszenarien?
  • Mit welchen Auswirkungen (z.B. Größe des Feuerballs, Fragmentierung, Strahlungsintensität, Druckwirkung) ist im Fall des Behälterversagens zu rechnen?

Das Ziel des Forschungsprojektes soll sein;

  • Erweiterung des Wissens über das Verhalten von Gaswolken im Falle eines Behälterversagens
  • Vertiefung der Erkenntnisse zu den Auswirkungen von unverdämmten Gaswolkenexplosionen
  • Gewinnung von wesentlichen Informationen über das Verhalten von Treibstoffbehältern bei Unterfeuerung im Falle eines unfallbedingten Versagens von Sicherheitseinrichtungen
  • Integration eines lasergestützten, fernerkundenden Open-Path-Gasdetektors in ein Mini-AUV-System zur dreidimensionalen Gestalterfassung der Ausdehnung und Konzentrationsverteilung einer Gaswolke
  • Entwicklung und Validierung von Methoden zur schnellen Wärmestrahlungsmessung.

Die Bearbeitung dieser Fragestellung dient dem übergeordneten Ziel der Erhöhung der Sicherheit beim Einsatz von alternativen Treibstoffen. Umgesetzt werden soll dies unter anderem bei der Erstellung eines Einsatzleitfadens mit Sicherheitshinweisen für Einsatzkräfte, wie Feuerwehren und Rettungskräften.

Der BFG wird dieses BAM-interne Forschungsprojekt in der Zukunft aufmerksam begleiten und kommentieren, sowie einen engen Kontakt zum Fachbereich 2.4 „Konstruktiver Brand-und Explosionsschutz Gase“ halten. Natürlich sollen und müssen auch alle die Bauteile, welche bei alternativen Antrieben zur Verwendung kommen, auf ihre Tauglichkeit hin weiter unter Beobachtung stehen. Dies gilt natürlich auch für alle Arten von Unfallszenarien aller Art, auch außerhalb von Bränden. Die Verträglichkeit von Bauteilen gegenüber alternativen Treibstoffen, muss eindeutig durch Typgenehmigungen seitens der Hersteller belegt sein. Auch müssen Kontrollen durch den Gesetzgeber verschärft, beziehungsweise ausgeweitet werden, da diese Kraftstoff-Bauteile mit denen sie in Kontakt kommen, angegriffen und zerstört werden können, wie schon des Öfteren in der Vergangenheit geschehen.

Folgende Fachbereiche stehen innerhalb der BAM mit ihrer Kompetenz gebündelt zur Verfügung:

Diese Fachbereiche sind:

2.1 „Gase, Gasanlagen“

2.2 „Reaktionsfähige Stoffe und Stoffsysteme“

2.4 „ Konstruktiver Brand-und Explosionsschutz Gase“

3.2 „Gefahrguttanks und Unfallmechanik“

7.5 „Technische Eigenschaften von Polymerwerkstoffen“

8.1 „ Sensorik, mess- und prüftechnisches Verfahren“  

Während des Projektes sollen eine enge Zusammenarbeit und ein ständiger Austausch mit den perspektivischen Anwendern der Untersuchungsergebnisse etabliert werden. Diese Kooperation findet beispielsweise in Form von regelmäßigen Workshops mit Vertretern verschiedener Feuerwehren, Feuerwehrschulen und Unfallversicherungen statt. Es muss auch die Frage geklärt werden, ob nach Abschluss der Untersuchungen durch die BAM die Unfallversicherungen ihre Beiträge gegebenenfalls den neuen Risiken anpassen werden oder auch müssen. Bei Wasserstofftankstellen könnte sich dieses auf den Preis pro kg niederschlagen.

Über den zukünftigen aktuellen Sachstand wird der BFG, nach Veröffentlichungen durch die BAM, weiterhin ausführlich berichten. Der BFG möchte sich an dieser Stelle noch einmal für die freundliche Aufnahme, bei den jeweiligen Fachbereichsleitern mit Team recht herzlich bedanken und wünscht viel Erfolg für die zukünftig noch anstehende Arbeit.

Für ein besseres Verstehen des Projektes „ COFI-ABV COMPLEX FIRES-AUSWIRKUNG VON BEHÄLTERVERSAGEN“, dürfen wir Ihnen mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), eine Veröffentlichung zu dieser Thematik an die Hand geben.

Öffnen Sie bitte dazu folgenden Link:

http://www.fahrzeugsicherheit-berlin.de/cms/wp-content/uploads/Kluge_Behaelterversagen-bei-komplexen-Brand-und-Explosionsszenarien.pdf

gez. Peter Ziegler

Vorsitzender BFG

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