Teurer Billig-Kraftstoff
Mangelhafte Gasqualität und Pfusch bei der Nachrüstung können Motoren schädigen.
Eigendlich hätte die Autogasbranche Grund zum feiern: Mehr als 300000 PKWs fahren mit Flüssiggas auch Autogas oder LPG (Liquifiied Petroleum Gas) genannt, auf deutschen Straßen - fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Gas Tanker zahlen an der Zapfsäule deutlich weniger Steuern als Sprit-Kunden. Trotzdem kann ihr Kraftstoff teuer werden: Immer mehr Autofahrer klagen über Probleme mit der Gasqualität und Teschink, die schlimmstenfalls zu Schäden am Motor führen können. "Mangelnde Fachkenntnisse der Umrüstbetriebe ist nach unserer Meinung die Hauptursache für solche Schäden", kritisiert Gabriele Gärtner, Expertin für Autogas im ADAC Teschnikzentrum in Landsberg.
Bei einer Umfrage des Auto-Cubs unter 5000 Gaskunden reklamierte etwa jeder vierte "deutliche technische Probleme" mit seiner nachgerüsteten Anlage. Geringere Motorleistung oder Motorruckeln gehören dabei noch zur Gruppe der Behinderungen die man kurzzeitig hinnimmt. In jedem 25.Schadenfall musste aber die Gasanlage oder sogar der komplette Motor getauscht werden.
In Deutschland rüsten zwischen 8000 und 10000 Markenwerkstätten benzinbetriebene Fahrzeuge auf zusätzlichen Gasbetrieb um. Weitere 1500 Freie Umrüster sind teils auf Hinterhöfen tätig. Perter Ziegler, Vorsizender im Bundesverband Freie Gastankstellen, vermutet:" Viele Umrüstbetriebe haben miserabel ausgebildetes Personal". Seiner Meinung nach liegen die Probleme-Ursachen auch in der Kraftstoffqualität. Oft seien Chemische Sondermüll-Rückstände wie Weichmacher und Lösungmittel beigemischt. "Wer solch belastetes Gas tankt muss auch mit Motorschäden rechnen.
Drei Viertel der rund 5000 deutschen Autogastankstellen werden über den Deutschen Flüssiggasverband (DVFG) beliefert- mit Gas aus deutschen Raffinerien oder Nordsee-Terminals. Dieses gilt als qualitativ hochwertig. " Für andere Tankstellen kann der Verband diese Erklärung natürlich nicht ausgeben", heißt es beim DVFG.
Das Mischungsverhältnis der enthaltenen Gase Propan und Butan ist in keiner Norm vorgeschrieben, hat sich aber in der Regel etwa auf halbe-halbe eingebendelt. "Erwischt man aber reines Propangas, kann es wegen der höheren Verbrennungstemparatur Schäden am Zylinderkopf verursachen", weiß Wolfgang Muslow, Autogasexperte und Entwickler von Autogasanlagen im mecklenburgischen Parchim. Nachfragen in der Tankstelle hilf nicht immer weiter, weil viele den eigenen Mix nicht kennen.
Quelle: FOCUS.




