LPG-Zündstoff
Inhalt:Nichts ist für einen Werkstattbetrieb ärgerlicher als Reklamationen von Kunden, wenn man weiß, dass man seine Arbeit gut gemacht hat. Es gibt allerdings Gegebenheiten, auf die weder Werkstatt noch Kunde Einfluss haben. Hierzu gehört die Kraftstoffqualität an Tankstellen. Diese hat maßgeblichen Einfluss auf das Leistungsverhalten eines Motors.
Schlechte Qualität
Viele können sich sicher noch an Zeiten erinnern, wo es ein gewisses Risiko darstellte, mit seinem Fahrzeug in südliche Länder in Urlaub zu fahren. Bereits nach der ersten Tankfüllung fing der Motor an zu ruckeln, der Kraftstoffverbrauch ging in die Höhe, im schlimmsten Fall kam es zu schweren Motorschäden. Eigentlich müsste man denken, dass so etwas durch EU-Regelungen und DIN-Vorschriften der Vergangenheit angehören müsste. Aber weit gefehlt! Immer öfter werden Fälle von Motorschäden
bei mit Autogas (LPG) betriebenen Fahrzeugen bekannt, die nachweislich auf schlechte Kraftstoffqualität zurückzuführen sind – und das mit LPG, das der DIN EN 589 entspricht!
Dass die Zusammensetzung von LPG, speziell das Verhältnis Butan zu Propan gewissen Schwankungen unterliegen darf, ist seit langen bekannt. Je höher jedoch der Butan-Anteil ist, desto positiver wirkt er sich auf die Verbrauchswerte und Kraftentfaltung des Motors aus. Jetzt sollte man denken, dass moderne LPG-Anlagen auf diese Schwankungen reagieren und entsprechend das Gas/Luftgemisch abstimmen. Wieder ein Irrtum! Keines der bekanntenkonventionellen Systeme, d.h. solche, die das Gas gasförmig einblasen, sind mit einer entsprechenden Sensorik ausgestattet.
Wird anderer LPG-Kraftstoff getankt als der, auf den die Anlage abgestimmt ist, kann dies unter sehr ungünstigen Bedingungen zum Exitus des Motors führen.
Was ist also zu tun? Die Hersteller von LPG-Gasanlagen müssten ihre Systeme mit einer Sensorik ausrüsten, die eine Anpassung an die verschiedenen Gasgemische innerhalb der DIN EN 589 gewährleistet. Ähnliche Techniken gibt es ja bereits bei Benzinmotoren. Werkstätten, die dieses Problem ernst nehmen, sollten die LPG-Gasanlagen möglichst auf einen verträglichen Mittelwert einstellen, auch wenn dies zu geringen Leistungseinbußen führen kann. Den Autofahrern ist zu raten, dass sie möglichst immer dieselbe Tankstelle aufsuchenund darauf achten, dass diese immer vom selben Gas-Lieferanten beliefert wird. Muss man doch einmal woanders LPG tanken, sollte man immer „ein Ohr“ am Motor haben und seine Fahrweise bei den ersten Anzeichen entsprechend anpassen.
Dr. Marcel Schoch
01.11.2006 / auto service praxis




