Fehler, Pannen, Risiko Autofahren..
mit Flüssiggas Immer mehr Besitzer von Flüssiggasautos in Deutschland haben offenbar Probleme mit der nachgerüsteten Technik und bleiben häufiger mit Motorschäden liegen. Fachleute sehen die Ursachen dafür vor allem in der schlechten Qualität des Autogases und im oft unsachgemäßen Einbau nachgerüsteter Gasanlagen.
Wolfgang Bubeck ist sauer: Bereits zum dritten Mal hat sein Auto einen Motorschaden. Bevor er den Volvo 2004 auf Flüssiggas umrüsten ließ, hatte er solche Probleme nicht. Schnell macht der Sachverständige für Autogasanlagen, Werner Gieger, den Grund für den Schaden aus - das Flüssiggas sei mit Fremdstoffen verunreinigt. Solche Fremdstoffe, erklärt Gieger, würden Plastikteile der Fahrzeuge angreifen, etwa Schläuche und Druckregler.
Sondermüll im Autogas?
Gasanlagenhersteller und -importeure haben nun Alarm geschlagen und ihre Kunden vor schlechter Autogasqualität und vor "schwarzen Schafen" unter den Gaslieferanten gewarnt. Ihr Verdacht: Dem Autogas wird Sondermüll beigemischt, wie etwa Weichmacher, der dann an der Tankstelle verklappt wird. Der Autogasverkäufer werde zum "Entsorger eines Chemiewerkes", heißt es beispielsweise im Schreiben eines Anlagenimporteurs, das Frontal21 vorliegt.
Geringe Qualitätsanforderungen
Gegen die schlechte Gasqualität werde in Deutschland zu wenig vorgegangen, sagen Kritiker wie Florian Melber, Geschäftsführer des Gasanlagenherstellers "Gas Drive": "Diese Anforderungen an die Gasqualität nach DIN EN 589 sind meines Erachtens nach nicht ausreichend." So dürfen nach der gültigen DIN-Norm in Deutschland 60 Milligramm so genannte Abdampfrückstände, also Schmutzstoffe aller Art, pro Kilogramm im Flüssiggas enthalten sein.
"Solange die 60 Milligramm Abdampfrückstände nicht genau definiert sind und die Petrochemie alles reinfüllen kann in das Gas, was sie möchte, so lange werden uns weiter die Motoren kaputtgehen, und so lange werden wir weiterhin die Probleme mit den Kunden haben", kritisiert Peter Ziegler vom Bundesverband Freie Gastankstellen. Auf Nachfrage von Frontal21 heißt es dazu vom Deutschen Institut für Normung: "Die Experten erachten die Norm als klar definiert".Unsachgemäßer Einbau der Anlagen Doch auch die Richtlinien zur Qualitätssicherung des Einbaus von Autogaseinlagen seien in Deutschland völlig unzureichend, meint Ziegler: "Jeder, der einen Schraubenschlüssel festhalten kann, darf hier hochmoderne Gasanlagen einbauen." Dementsprechend komme viel Pfusch raus. All diese Probleme jedoch sind den zuständigen Bundesministerien für Wirtschaft, Verkehr und Verbraucherschutz sowie auch dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe nicht bekannt, versichern sie in Stellungsnahmen gegenüber Frontal21. So werden die unzufriedenen Kunden wohl weiter auf den Schäden sitzen bleiben
ZDF
Ursachensuche bei einem defekten Auto mit Gasanlage Fehler, Pannen, Risiko Autofahren mit Flüssiggas,
von Andreas Halbach




