Brände, Explosionen, Verletzte und Tote…

was muss eigentlich noch alles passieren,damit der Gesetzgeber den zum Teil nicht mehr nachvollziehbaren Gegebenheiten in der Flüssiggas-Branche in Punkte „Sicherheit“ von LPG-Druckgasbehältern und Gefahrgut-Transportern sicherheitstechnisch nachgeht und endlich eine Gesetzgebung verabschiedet,welche nachdrücklich auch die Vermeidung dieser Katastrophen wie in Langwedel und anderswo verhindert. Dass dieses möglich ist werden  wir nun hier und heute nachweisen.

Es geschah am 22. Mai 2017 als ein mit 3000-Liter Brenngas (Propan/Butan) gefüllter Flüssiggasdruckbehälter neben einer Autowerkstatt in Langwedel, Kreis Rendsburg­ Eckernförde nach einer Unterfeuerung explodierte. Die Aussage des Amtswehrführers Dirk Arendt war damals in den Kieler Nachrichten:“ Es kann nicht sein, dass unsere Feuerwehrkräfte, die ihren Job ehrenamtlich machen, ins Verderben geschickt werden“. Er sprach dem BFG aus dem Herzen, denn dieser Vorfall wiederholt sich in Deutschland fasst tagtäglich. Der BFG e.V. hatte damals diesbezüglich auch bei der Staatsanwaltschaft Kiel unter dem Az. 592 JS 58560/17 eine Strafanzeige gegen Unbekannt nach§  308 StGB (Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion gestellt). Das Ermittlungsverfahren ist bis heute, auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Kiel noch nicht abgeschlossen. Nach dieser Druckgasbehälterexplosion ist nun klar, dass der BFG diesen über ganz Deutschland verstreuten „Gastank-Explosionen“ in den letzten Jahren auf den Grund gehen musste und zwar als erstes beginnend mit der  im Bund und den Bundesländern vorhandenen gesetzlichen Vorgaben zur Vermeidung dieser, auch unter Bezugnahme auf einzelne Baugruppen/Bauteile unter Berücksichtigung von gesetzlich vorgegebene Normen, die da wären, Richtlinien und Verordnungen beim Bau und der Ausstattung dieser LPG­ Druckgasbehälter und damit  auch generell von Druckgasbehältern.

Kommen wir nun als erstes zum Gesetzgeber, der ja eigentlich seinen Kommunen im Land Vorgaben machen müsste, wie und wo ein Druckgasbehälter und der Vorgabe des Benutzungszweckes und dessen Art überhaut  aufgestellt und betrieben werden darf. Genau da aber beginnen auch schon die Probleme. Auf Nachfrage in meiner Heimatstadt  Bad Camberg und dem Kreis Limburg/Weilburg als Beispiel-Region in Hessen, ob denn überhaupt ein Standortkataster vorhanden wäre, gab es immer die gleiche Antwort, ein Kataster haben

wir nicht und wir können ihnen auch keine Standorte solcher Behälter nennen.

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Die Frage, wie eine Gefahrenbeurteilung bei einem Brand (Haus/Scheuer/Gartenlaube) von Feuerwehren, Polizei oder Rettungsdiensten  erstellt  werden soll, z.B. bei einer Gefahrenalarmierung, konnte ich mir danach sparen. Also habe ich mir einmal den Standort von LPG-Tankstellen mit ihren oberirdischen Druckgas-Behältern in meiner Nähe angeschaut, natürlich  erstellt und genehmigt nach der Betriebssicherheitsverordnung, angeschaut. Die Genehmigungen für die angetroffenen Standorte, auch unter Bezugnahme auf einen eventuellen  spontan ausbrechenden Brand, können nach Meinung des BFG, eigentlich nur von Personen erteilt  worden  sein, welche heute noch mit einem brennenden Feuerzeug nach dem Tanken ihres Fahrzeuges, nach der Füllstands-Höhe in ihrem Tank schauen wollten  und auch schon wahrscheinlich  getan haben.

Wenn man sich nun alle besichtigten  Standorte anschaut, an denen diese Druckgasbehälter, gefüllt mit Brenngas, stehen, kann man nur seine Hände an den Kopf führen und sich die Frage stellen, welche Fachbehörde hat dieses, wenn überhaupt, genehmigt. Hecken, Bäume, Zäune ja sogar Geräteschuppen gehören als Standorte dazu, genau wie der am Standort des Behälters in LangwedeL Natürlich  wird dadurch bei einem Brandausbruch der Druckgasbehälter schneller in eine Erdumlaufbahn befördert und nicht unbedingt dabei noch durch eine eventuelle Gesetzesauflage gehindert.

Hier noch einmal ein paar Fakten und Daten zu diesem Druckgasbehälter in LangwedeL Die Energie, welche  bei einem 3000 Liter befüllten Druckgasbehälter (Propan/Butan)hat eine Sprengkraft, bei 85% Füllinhalt von ca. 750 kg herkömmlichem Sprengstoff TNT. Die Zerstörungskraft von 750 kg TNT können wir uns tagtäglich in den Nachrichten der Medien anschauen, kommentieren muss man sie hier nicht mehr. Kommen wir aber nun zu der

Frage wie kann es eigentlich sein, muss doch der Behälter gerade bei einem Druckgasanstieg

reagieren und dabei über ein Überdruckventil/Sicherheitsventil abblasen bzw. für eine Druckminderung sorgen und somit den Innendruck kontinuierlich regulieren? Diese eigentlich gesetzlichen Vorgaben wollen wir uns einmal näher anschauen, dazu muss man wissen das alleine der Behälter-Hersteller die Größe und Durchlassmenge in Kubikmeter pro Minute angeben und diesbezüglich auch die Hersteller in seiner Typgenehmigung angeben und hinterlegen muss.

Der in Langwedel benutzte Behälter hatte eine höchstzulässige Füllmenge von 3000 Liter bei einer 85% Füllung noch eine Füllmenge von 2550 Liter absolut. Das hierbei zur Verwendung kommende Überdruckventil bei diesem Tank hätte pro Minute 64 Kubikmeter gasförmig, bei einem höchstzulässigen Innendruck an die Umgebung abgeben müssen. Dass es zu einer Druckentlastung gekommen ist, ist nachweislich auch durch Aufzeichnungen belegt. Nun

aber die Frage warum dann nach der dritten Druckentlastung die Behälterexplosion? Hier die Antwort: 3,93 Liter Flüssiggas Propan/Butan ergeben einen Kubikmeter  LPG-Gas. Bei der Füllmenge von angenommen  2550 Liter  entsteht  eine Gesamtmenge von Gasförmigen-LPG von 648,85 Kubikmeter. Wir erinnern uns, dass das Sicherheitsventil bei einer Durchflussmenge von 64 Kubikmeter pro Minute mindestens hätte haben müssen, diese bedeutet  im Umkehrschluss, dass innerhalb  von 10 Minuten und 14 Sekunden der

Gasbehälter bis auf einen kleinen Rest hätte leer sein müssen. Nun wieder die Frage warum ist dieser Tank trotzdem Explodiert?

Beim Unfall in Rohlstorf (Kreis Segeberg) am 14. September 2014 wo auch zehn Feuerwehrleute bei einer Gastankexplosion nach einem Fahrzeugbrand  zum Teil schwer verletzt  wurden, wollten  beteiligte Kreise auch die Aussagen des BFG und das auch gegenüber der Staatsanwaltschaft Kiel versagen der Behälter und Anbauteile nicht zur Kenntnis nehmen. Wir hatten  schon in der Vergangenheit nach Untersuchungen  von Unfällen in Verbindung mit Gastankexplosionen darüber berichtet, das zwischen

Brandausbruch I Unterfeuerung eines Behälterstrotz ansprechen des Sicherheitsventiles es

immer  in einem Zeitraum von ca. sechs Minuten und darunter  zu einer Explosion kam.

Diese von uns gemachte Aussage wurde nun kurz darauf, quasi von der Bundesanstalt für Materialvorsehung und -prüfung (BAM) in Berlin im Fachbereich Gefahrguttanks  und Unfallmechanik 3.2 in einem Forschungsprojekt bestätigt. Gelesen hat diesen Testbericht wohl bis heute von Seitens verantwortlicher Personen in zuständigen Ministerien wohl niemand. Auch das Forschungsprojekt  der BAM COFI-ABV COMPLEX FIRES-Auswirkung von Behälterversagen und die Auswirkung des Versagens von Gasbehälter für alternative Treibstoffe in Fahrzeugen unter Berücksichtigung komplexer  Brand-und Explosionsszenarien scheint niemanden  zu interessieren.  Das Schlüsselwort für all diese Szenarien ist auch

unter Google mit dem Stichwort „BLEVE11 noch einmal allgemeinverständlich beschrieben.

Für den BFG liegt nach alle dem nun die Vermutung nahe, dass die zur Verwendung gekommenen Sicherheitsventile in der Durchlassmenge zu gering ausgelegt sind. Auch eine Verwendung von zwei oder drei Ventilen aus Kostengründen, wahrscheinlich  von Anfang an schon gar nicht in Betracht gezogen wurde. Stimmen die auf Druckbehälter  montierten Sicherheitsventile überhaupt mit der Typzulassung eines Behälters überein? Wer kontrolliert eigentlich vor Inbetriebnahme eines Behälters die Anbauteile im Rahmen der Typgenehmigung und den Vorgaben des Herstellers? Bekommt  z. B. ein Prüfingenieur   oder ein Beauftragter  im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung überhaupt einen Einblick in die erforderliche Typgenehmigung und die Prüfunterlagen?

Eines sei schon jetzt gesagt, dem BFG konnte bisher kein Tank-Behälterherstellerfür die von ihm freigegebenen Sicherheitsventile, zugeordnet  auf die von ihm  gelieferten  Behälter eine von unabhängigen beim Gesetzgeber Akkreditierten und zugelassenen Betriebe einen Testbericht  solcher Druckbehälter  schriftlich vorlegen.  Natürlich für Behälter,  welche auch zum Zeitpunkt  eines Testes mit z. B. Brenngas (Propan/Butan) befüllt  waren. Die Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung mit dem Fachbereich 2.4 „Konstruktiver Brand-und Explosionsschutz Gase“ hat mittlerweile eine weitere Testreihe seines Forschungsprojektes  im Springer-Verlag vorgestellt. Dabei wurden auch sog. 11kg Propangasflaschen getestet. Nach Meinung des BFG wäre es an der Zeit einen großen Teil dieser Flaschen mit den dazu gehörenden   verbauten Entnahme-Ventilen vom Markt  zu nehmen. Es gibt da ja das Sprichwort „Schlimmer  geht immer“ es scheint zuzutreffen.

Sollte jetzt am Ende dieser Pressemitteilung der Eindruck entstanden  sein der BFG e.V. hätte eine Anti-Sympathie  gegenüber dem Verkauf oder allgemein dem Handel mit Propan/Butan GAS-Produkten oder Herstellern  von Druckbehältern und deren Zulieferanten, so ist er hier auf dem absoluten Holzweg. Wir stehen zu diesen Produkten und zu den Herstellern, allerdings unter Befolgung  des höchst erdenklichen Sicherheitsstandards, einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Sicherheitskriterien so wie dieses in vielen Ländern von Europa bereits schon geschieht. ln Deutschland herrscht auf diesem Gebiet seit Jahren absoluter stillstand. Vielen Versorgern  in der Flüssiggasbranche wurde ja schon in der Vergangenheit von dem  Bundes Kartellamt, nachzulesen unter www.bundeskartellamt.de

Az. Bll-20/05 schon mächtig auf den Zahn gefühlt, wobei eine Entscheidung des BGH dazu seit mehr als vier Jahren aussteht.

ln einem unserer nächsten Berichte, werden wir uns mit Gefahrgut-Transporternfür LPG­ Produkte befassen und werden auch hier die Sicherheitsstandards genauestens unter die Lupe nehmen. Auch hier gibt es gravierende  Mängel, welche bis hin zum Erlöschen der Betriebserlaubnis  führen können.

Die von uns gewonnen Erkenntnisse werden wir selbstverständlich  nun auch der Staatsanwaltschaft in Kiel noch zur Verfügung stellen und im Weiteren  allen Ermittlungsbehörden auf Wunsch bei weiteren  Gasbehälter- oder Gastankexplosionen. Natürlich  werden wir auch selbst bei Unfällen in der Zukunft unabhängig von den Umständen, bei den Justizbehörden  vorstellig  werden. Es müsste eigentlich jedem Verantwortlichen in dieser Gesellschaft nun klar sein, das man die Verantwortung nicht immer  auf andere übertragen  kann und auch das Prinzip der drei Affen nicht mehr in der Zukunft greifen wird.

Der Wunsch des BFG wäre es jetzt, gemeinsam gegen diese Gefahr anzukämpfen und unseren Rettungskräften auch zu sagen, wir schützen euch und eure Familien sowie die Bürger dieses Landes, soweit dieses in unserer Macht steht.

Und hier noch ein Zitat: Ich brauche keine Bücher zu lesen, um zu wissen, dass das Grundthema  unseres Lebens Konflikt ist; alle meine Clownereien entspringen dieser Erkenntnis (Ch. Chaplin)

gez. Peter Ziegler 1. Vors. BFG e.V.

Anlage. Gastankexplosion als Video von LangwedeL

 

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